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doener
Hier ist eine witzige Anekdote: Im 18. und 19. Jahrhundert kam in England die picturesque Malerei auf. Landschaftsmalereien, die die abgebildeten Landschaften möglichst romantisch abbildeten und dazu oft mit den Proportionen übertrieben. Diese ästhetisch überzogenen Proportionen wurden von Malern mithilfe eines kleinen konkaven Spiegels gemalt, der auch als “Claude Glass” bezeichnet wurde.
Die Malereien lösten auch eine eigene, frühe Form von Tourismus aus, bei dem wohlhabende Engländer die gemalten Landschaften besuchten und bewunderten. Es dauerte nicht lange und besonders große Fans nahmen selbst diese Spiegel mit auf ihre Reisen.
Was wiederum zu Sport und Häme führte. Wer betrachtet denn bitte wundervolle Landschaften nur durch eine kleine spiegelnde Glasfläche, die er in der Hand hält? Absurd! Der Dichter Thomas Grey brach sich sogar seine Knöchel, als er beim betrachten eines Sonnenuntergangs rückwärts in einen See fiel.
Und ja das alles sind mehr als eindeutige Parallelen zu Selfies und Instagram, nur eben noch bevor es überhaupt Fotografie gab. Es zeigt vielleicht auch, dass Menschen recht absurde Sachen machen, wenn sie Dinge für ästhetisch halten.
Und um das ganze noch abzurunden: Einer der Spitznamen des Claude Glass war “Black Mirror”. *starrt direkt in die Kamera*
+ Gefunden habe ich das Claude Glass in Nathan Jurgensons “The Social Photo”. Einer soziologischen Einordnung von Fotografie in sozialen Medien.
https://www.getrevue.co/profile/klingebeil/issues/black-mirror-ca-18-jahrhundert-195584?utm_campaign=Issue&utm_content=view_in_browser&utm_medium=email&utm_source=Johannes+Klingebiel
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